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  • Querelen um die Hofreitschule: Antworten von Elisabeth Gürtler

    spanische-img_4484.JPGEnde Januar ging ein Aufruhr durch Österreich: In einem offenen Brief an den österreichischen Bundesminister Niki Berlakovich haben Freunde der Spanischen Hofreitschule auf angebliche Mißstände in der Hofreitschule aufgrund von Sparmaßnahmen hingewiesen. Es ging um angebliche Überlastung der Schulhengste sowie um die Außerdienststellung von zwei der vier Oberbereitern. Um dies nicht einfach so als Meldung zu übernehmen, sprach Equi-News.de die Spanische Hofreitschule direkt auf dieses Thema an und bekam von Generaldirektorin Elisabeth Gürtler persönlich Antworten. End of January, there was an uproar in Austria. In an open letter addressed to the Austrian State Minister Niki Berlakovich, Friends of the Spanish Riding School have expressed their concern that due to economy measures there was supposed overload of the school stallions and the off duty-placement of two out of four Chief Riders. Equi-News.de did not want to just publish this news, but we asked the Spanish Riding School directly what was going on. General Manager Elisabeth Gürtler herself gave us the answers:

    In dem Ende Januar publizierten offenen Brief (unterzeichnet u.a. vom ehemaligen Leiter der Hofreitschule, Dr. Jaromir Oulehla) heißt es unter anderem wie folgt: “Ausfälle durch Lahmheit bis hin zu Verletzungen bei den Hengsten, Ausdünnung der klassischen Vorführungen und Nachlassen der bisher unvergleichlichen Qualität hinsichtlich Exaktheit, Glanz und Eleganz der Darbietung, werden unter anderem auf die durchgeführten Sparmaßnahmen und auf die Verdoppelung der Vorführtage zurückgeführt. Dadurch werden die Hengste überlastet und die Zeit für notwendige Korrekturen bei einzelnen Programmpunkten beschnitten. Dazu kommt, daß die zwei dienstältesten der insgesamt vier hochqualifizierten Oberbereiter außer Dienst gestellt wurden, wodurch die, für die Spanische Hofreitschule charakteristische, mündliche Weitergabe um das “Wissen der klassischen Direktiven” an die jüngeren Reiter, wie Eleven und Bereiteranwärter, maßgeblich eingeschränkt und gefährdet wird.”

    Bei den beiden Oberbereitern handelt es sich nach Recherche von Equi-News.de um Klaus Krzisch und Johann Riegler.  

    Die Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule, Dpl.Kfm Elisabeth Gürtler, antwortete auf Nachfrage von Equi-News.de wie folgt: “Es ist nicht richtig, dass es aufgrund von Sparmaßnahmen zu einer Außerdienststellung von zwei Oberbereitern gekommen ist.” Vielmehr, so erläutert uns Frau Gürtler, sei es wie folgt: Oberbereiter Klaus Krzisch wäre ausschließlich aus disziplinären Gründen (die ihren Ursprung bereits im Dezember 2007 hatten) vom Dienst freigestellt.

    “Bei Oberbereiter Riegler verhält es sich vollkommen anders: Er war nicht bereit, die vom Rechnungshof (unserem obersten Prüforgan) angeregten Veränderungen mitzutragen und hat sich daher entschlossen, die Spanische Hofreitschule zu verlassen. Als Beamter ist er jedoch rein formell nach wie vor Mitarbeiter der Spanischen Hofreitschule.”

    Die Gesamtsituation kommentierte Frau Gürtler wie folgt: ”Die Spanische Hofreitschule ist seit 2001 aus der staatlichen Verwaltung ausgegliedert. Die vom Kontrollorgan Rechnungshof im Jahr 2007 vorgenommene Prüfung ergab zahlreiche Mißstände, die vom neuen Management aufgegriffen werden mußten. Insbesondere wurde die finanzielle Gebahrung kritisiert, d.h. die zu hohen Bezüge der Bereiter, insbesondere der Oberbereiter. Auch wurden die jährlichen anfallenden Verluste in einer Höhe zwischen 2 und 3 Millionen Euro angeführt, die es zu reduzieren galt, wobei anzumerken ist, dass Einsparungen nie auf Kosten der Pferde erfolgt sind, sondern lediglich durch organisatorische Veränderungen.”

    (Laut einem Bericht des österreichischen Fernsehens ORF aus September 2008 konnte ein Oberbereiter der Spanischen Hofreitschule bis zu 173.000 Euro beziehen, das Gehalt eines Bereiters begann bei 70.000 Euro. Elisabeth Gürtler hätte - so der ORF seinerzeit - eine Neuregelung geschaffen, bei welcher die Spitzengehälter um bis zu einem Drittel gekürzt wurden - Anm. d.Redaktion).

    Und auch zur angeblichen Überlastung der Hengste äußerte sich die Generaldirektorin: “Die in den österreichischen Medien angeführte Verdoppelung der Vorführungen bedeutet doppelten Umsatz, wobei festgehalten werden muss, dass in einer Vorstellung jedes Pferd maximal 10 Minuten zu gehen hat. Auch verfügt die Spanische Hofreitschule über zahlreiche Pferde für die diversen Programmpunkte, so z.B. fünf Pferde für den Langen Zügel, sechs Pferde für Capriolen und fünf Courbetteure. Das bedeutet, dass die Pferde - sollten sie Ermüdungserscheinungen zeigen - nicht unbedingt eingesetzt werden müssen.”

    In the open letter, published end of January 2010 (which was signed among others by the former Head of the Spanish Riding School Dr. Jaromir Oulehla), it can be read in an extract (in our translation): “Failures due to lameness up to injuries with the stallions, depreciation of the classical performance and a deterioration within the - up to now matchless - quality concerning precision, brilliancy and classiness of the performance, which among others are thought to be caused by the cuts and by doubling the performance dates. By this, the stallions are overloaded and the time for necessary corrections of the individual program points is limited. Moreover it has to be mentioned that two highly qualified senior chief riders (out of a total of four) were put off duty. By this, the verbal transmission of the “knowledge of the classical directives” on to younger riders, like eleves and junior riders (which is characteristical for the Spanish Riding School) is considerably limited and in danger.”

    When investigating, Equi-News.de found out that the two chief riders mentioned in the letter are Klaus Krzisch and Johann Riegler.

    The General Manager of the Spanish Riding School, Dipl.Kfm Elisabeth Gürtler, answered on request of Equi-News.de as follows (in our translation): “It’s not correct that it was caused by economy measures that two chief riders were put off duty.” The case is as follows: Chief Rider Klaus Krzisch solely was released because of disciplinary reasons (which have their seeds already in December 2007), the General Manager explained to Equi-News.de

    “Concerning Chief Rider Riegler, the case is completely different: He was not prepared to also carry the modifications initiated by the audit court (which are our top auditor) and therefore decided to leave the Spanish Riding School. However, as he is a public officer, formally he is still an employee of the Spanish Riding School.”

    The overall situation was commented by Mrs. Gürtler as follows: “Since 2001, the Spanish Riding School has been outsourced out of the State Administration. The audit, which was performed by the audit court in 2007, discovered a variety of grievances, which had to be considered by the new management. Especially the financial “behaviour” was critized, which means the too high salaries of riders, especially chief riders. Also the yearly loss situation, with amounts between two and three million Euro, was noted, which had to be reduced. But it has to be noticed that all savings never were made on account of the horses, but solely by organizational changes.”

    (As per a report made by the ORF - the Austrian television - in September 2008, a chief rider at the Spanish Riding School could get up to 173.000 Euro per year, the starting salary of a rider was 70.000 Euro. As it was furtheron reported by the ORF, Elisabeth Gürtler had made a new regulation to cut the top salaries by approx. one third - note of the editors.)

    Mrs. Gürtler also gave her view concerning the reported overloading of the stallions: “The doubling of performances, which was mentioned in the Austrian media, means double turnover. However, it has to be taken into consideration that during a performance, each horse takes part for 10 minutes at maximum. In addition, the Spanish Riding School has various horses for the individual program points - for example, we have five horses for the ‘long reins’, six horses for a Capriole and five for a Courbette. This means that there is no need to take horses for a performance which show signs of tiring.”

    Foto: bmp - J. Stils