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  • WEG-Dressur: Auch Kür-Gold für Charlotte Dujardin

    medal-podium_kur.jpgWie nicht anders zu erwarten war, hat sich Charlotte Dujardin nach einer formidablen Kür mit Valegro auch das zweite Einzelgold bei den Weltreiterspielen in Caen gesichert. Silber ging ebenfalls erneut an Helen Langehanenberg, Bronze holte sich nun Adelinde Cornelissen mit Parzival. As it was clearly expected, with a beautiful freestyle Charlotte Dujardin and Valegro claimed their second individual gold medal at the World Equestrian Games in Caen. Helen Langehanenberg won her second individual silver medal and Adelinde Cornelissen with Parzival claimed bronze.

    Die Sonne schien über dem erstmals fast ausverkauften Stade d’Ornano, die Stimmung war bestens - und es war Kür-Zeit. Das Ende der Dressurwettbewerbe bei den Weltreiterspielen in Caen bot großartigen Sport von einem überaus interessanten Starterfeld: 

    Gold, was sonst? Und zwar Gold mit einem Top-Ergebnis von 92,161%, wozu nicht weniger als zehn Mal die “10″ für die einzelnen Lektionen gezogen wurde, dazu kamen noch vier Traumnoten “10″ für Harmonie zwischen Reiter und Pferd, eine 10 für den Schwierigkeitsgrad und fünf Mal die 10 für die Musik. Das war der Gold-Ritt von Charlotte Dujardin und Valegro in Zahlen. Die Gold-Kür war aber auch wirklich Klasse. Harmonisches Reiten auf höchstem, nein: auf allerhöchstem Niveau, jede Lektion wunderbar ausgeführt, kein noch so kleiner Patzer - alles zur Musik aus “Drachenzähmen leicht gemacht”. Es ist ganz klar: Dies ist die beste Kombination der Welt. Charlotte hat jetzt mit Isabell Werth / Gigolo und Nicole Uphoff / Rembrandt gleichgezogen und sich das “Triple” erritten - sie ist amtierende Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin.

    helen-langehanenberg_damon-hill_kur.jpg88,286% und somit das zweite Einzelsilber gab es für Helen Langehanenberg und Damon Hill. Das Highlight des Hengstes, seine Passage, wurde durchgängig mit 9, von Susi Hoevenaars sogar nur mit 8,5 bewertet. Die Kür jedenfalls war großartig, ob die Richter nun zum “dream score” greifen oder nicht. Eine 10 vergab die niederländische Richterin Francis Verbeek dann noch für die Rechtspirouette, Stephen Clarke steuerte am Ende noch eine 10 für die Musik bei. Schade war, dass das schöne Bild vom häufig offenen Maul des Hengstes getrübt wurde. Nach wie vor im Raum stehen übrigens die Gerüchte, dass Damon Hill nach den Weltreiterspielen verkauft sei. Helen Langehanenberg wich einer Antwort auf diese Frage immer geschickt aus, hat allerdings auch nicht dementiert. Irgendwie erinnert diese Situation fatal an Kentucky 2010, als Edward Gal, angesprochen auf einen Verkauf von Totilas, ebenfalls nur ausweichende Antworten gab und drei Wochen später der Hengst auf dem LKW zu Paul Schockemöhle stand.

    Einzelbronze mit einem Ergebnis von 85,714% ging an Adelinde Cornelissen mit Parzival. Natürlich sieht man Parzival seine 17 Jahre an - er läuft logischerweise nicht mehr mit der Elastizität von früher. Aber das niederländische Duo spielte all seine Routine aus und präsentierte eine fehlerfreie, absolut präzise Runde mit sehr schönen Piaffen und Pirouetten. An Ruhestand für Parzival denkt Adelinde Cornelissen übrigens noch nicht. Sie würde ihn weiter reiten “solange er Spaß daran hat”, erzählte Adelinde nach der Kür in der Pressekonferenz.

    Bronze im Spécial, aber “nur” Rang vier mit 83,125% gab es für Kristina Sprehe und Desperados nach einer schönen Runde, die aber ein wenig mit angezogener Handbremse absolviert wurde. Ein Rhythmusverlust in der Linkspirouette kostete deutlich Punkte. Auch schade, dass man im letzten Drittel der Prüfung deutlich die Zunge des Hengstes sah. Alles in allem kann Kistina Sprehe mit ihren Auftritten in Caen und einer Team-Goldmedaille sowie mit Einzelbronze aus dem Spécial durchaus zufrieden sein.

    Die Sensation der diesjährigen Weltreiterspiele kam mit 82,036% auf den fünften Rang - Laura Graves aus den USA mit Verdades. Verdades brillierte bei seiner erst dritten Kür auf Grand Prix-Niveau in eigentlich allen Lektionen, liess nur in einer Rechtspirouette Punkte liegen, dafür gab es für die Linkspirouetten Wertnoten bis zur 9,5. Auf jeden Fall gehört diesem Paar die Zukunft und der fünfte Rang bei Weltreiterspielen in der allerersten Grand Prix-Saison ihres Lebens ist für Laura ein Wahnsinns-Erfolg.

    Rang 6 mit einer Wertnote von 81,036% gab es für Victoria Max-Theurer aus Österreich mit dem seit seiner Kolikoperation vor einigen Jahren nur sehr dosiert eingesetzten Augustin. Vici Max-Theurer präsentierte wieder ihre Kür zu italienischer Schlagermusik und begeisterte damit einmal mehr die Richter.

    Schwedens Tinne Vilhelmson-Silfven und Don Auriello bekamen ein Ergebnis von 80,375% - Rang 7. Die Schwedin hatte toll begonnen, aber Don Auriello schien heute nicht mehr in der Top-Form der vergangenen Tage zu sein.

    Eine tolle Vorstellung lieferte einmal mehr der Brite Michael Eilberg mit seiner wunderbaren Schimmelstute Half Moon Delphi ab. Die Paradelektion der Stute - diese großartige, offenbar mühelose Passage - wurde korrekt bis zur 9 bewertet und auch die Piaffen waren richtig gut. Der Schritt ist nicht wirklich überragend, aber auch da kann man sicherlich noch etwas verbessern. Die Stute ist 12 - von ihr wird man sicherlich noch eine Menge hören. Am Ende gab’s 79,696% - Platz 8.

    Anna Kasprzak und Donnperignon kamen mit 78,929% auf Rang 9. Donnperignon zeigte seine üblichen hervorragenden Passagen, aber auch die nicht so wirklich motivierten Piaffen. Alles in allem eine ansprechende Runde mit hohem Schwierigkeitsgrad. Leider war Anna Kasprzak am Schluss doch weit vor der Musik.

    Steffen Peters und Legolas lieferten eine gute Vorstellung ab, die aber doch weit unter den Möglichkeiten dieser Kombination war (77,321% - Rang 10). Selbst die gewöhnlich auf Weltklasse-Niveau gezeigten Piaffen und Passagen waren heute “nur” gut. Wieder baute Legolas Wechselfehler ein und auch in den Übergängen hakte hier und da die Schaltung (so zum Beispiel bei dem höllenschweren Übergang von der Galopppirouette in die Piaffe) - etwas, was man von Steffen Peters so gar nicht kennt. Warum allerdings der wahnsinnig hohe technische Schwierigkeitsgrad der Kür sechs Mal nur eine 8, ein Mal eine 8,5 bekam, mag erstaunen. Was auffiel war, dass sowohl Team-Chef Robert Dover, Steffens Coach Jo Hinnemann und Legolas-Besitzerin Akiko Yamazaki Steffens Ritt nicht gespannt, sondern außerordentlich besorgt beobachteten. Waren die drei Prüfungen in dieser Woche bei den doch sehr unterschiedlichen Wetterbedingungen in der Normandie für den Rekonvaleszenten Peters (nach seiner Lungenentzündung - Equi-News.de berichtete) doch zu viel gewesen? Hoffentlich nicht.

    Auf Rang 11 (77,286%) landete der junge Niederländer Diederik van Silfhout mit dem erst neunjährigen Arlando. Der Nachrücker bei den Niederländern hat in Caen einen tollen Job gemacht und es war ihm von Herzen zu gönnen, dass er sich für die Kür qualifizieren konnte.

    Carl Hester, einer der absoluten Publikumslieblinge im Stade d’Ornano, und der 10-jährige Nip Tuck zeigten eine ansprechende, aber nicht auf Risiko gerittene Kür. Schöne Galoppelemente (die Galopptraversalen und Wechsel) wurden auch entsprechend gut bewertet, aber Nip Tuck ist eindeutig kein König des Schritts und auch der starke Trab riss einen nicht wirklich vom Sitz. Und dass mit dem Halten und Grüßen sollte man vielleicht auch nochmals üben - 76,589%, Rang 12. 

    76,143% und Platz 13 waren das Ergebnis für Nathalie zu Sayn-Wittgenstein und Digby und ihre wohlbekannte “Nathalie”-Kür. Der Renter (Digby ist ja eigentlich seit 2013 im Ruhestand) zeigte, dass er immer noch großartige Galopptraversalen und wie an der Schnur gezogene Wechsel hinbekommt. Ein paar Haken in der Trab-Tour und in den Übergängen drückten das Ergebnis, aber sei’s drum. Nun geht es für die im vierten Monat schwangere Nathalie zu Sayn-Wittgenstein erst einmal in die Babypause und für Digby geht es zurück in den Ruhestand.

    Mit einer wirklich grundsoliden Kür, die Highlights in den Rechtspirouetten und dem wirklich sehr guten starken Galopp hatte  beendeten Hans Peter Minderhoud und Johnson die Weltreiterspiele. Leider gab es Fehler in beiden Wechseltouren und auch einen Rhythmusverlust in der Piaffe - 75,554%, Platz 14.

    Die junge Spanierin Morgan Barbancon ließ den jetzt 17-jährigen Painted Black zu Carmen-Klängen tanzen, kam allerdings nicht an den im Grand Prix gezeigten und mit über 75% bewerteten “Ritt ihres Lebens” im Grand Prix heran. Schöne Passagen und auch ansehnliche Piaffen standen ebenso auf der Habenseite wie die wirklich gut gelungenen Einerwechsel, aber es gab einige kleine Patzer, auch die Übergänge waren nicht immer sehr geschmeidig. Ám Ende standen 74,393% fest - Rang 15. Mit ihrer Leistung bei den Weltreiterspielen kann aber sicher auch ihr Trainer Andreas Helgstrand zufrieden sein.

    The sun was shining above the nearly sold-out Stade d’Ornano, there was overall good mood - and it was time for freestyle. The finishing highlight of the dressage competitions at the World Equestrian Games in Caen presented great sport of a highly interesting starting field:

    charlotte_valegro.jpgGold, what else? And: Gold with a top socre of 92,161%, to which no less than ten times the dream score “10″ was awarded for the individual lections, plus four dream-scores for “harmony between rider and horse”, one 10 for difficulty and five times the 10 for the music. This was the gold-round of Charlotte Dujardin and Valegro in numbers. But, admittedly, the golden freestyle was simply great. Harmonic riding on highest, no: highest possible level, each lection performed with perfection, not the tiniest mistake - and everything to the music “Train your Dragon”. It’s absolutely clear: this is world’s best combination. And now, Charlotte had matched Isabell Werth / Gigolo and Nicole Uphoff / Rembrandt and achieved the “triple” - she now is current Olympic, World and European Champion.

    88,286% and the second individual silver medal were the result for Germany’s Helen Langehanenberg and Damon Hill. The stallion’s highlight, his passage, was unanimously scored with 9, Susi Hoevenaar even scored it with an 8,5 only. Anyway, the freestyle was super - if the judges award the dream score or not. One 10 was given by Dutch judge Francis Verbeek for the pirouette to the right and at the end, Stephen Clarke added a 10 for the music. However, it was a pity that the nice picture was tarnished by the mostly open mouth of the stallion. By the way, there are still rumours around that Damon Hill will be sold after the World Equestrian Games. Helen Langehanenberg only gave evasive answers when being asked, but she never denied. This balefully reminds to the same scene at the WEG in Kentucky 2010, when Edward Gal gave evasive answers when being asked if Totilas would be sold and three weeks later, the stallion was on it’s way to Paul Schockemöhle.

    Indivudal bronze with a score of 85,714% went on to Dutch freestyle queen Adelinde Cornelissen and Parzival. For sure one can see that Parzival is already 17 years old - he simply has lost some of his elasticity. But the Dutch combination presented all their huge routine and showed a faultfree, absolutely precise round with really nice piaffes and pirouettes. By the way: Adelinde Cornelissen does not plan to retire Parzival in near future. She would ride him “as long as he likes it”, Adelinde told the press after the medal ceremony.

    Bronze in the Grand Prix Spécial, but fourth place “only” in the freestyle with a score of 83,125% were the result for Kristina Sprehe and Desperados after a nice round, which, however, seemed to be ridden with hand-brakes on. In the pirouette to the left, the combination lost the rhythm, which was a costly mistake. Also it was a pity that towards the end of the test the stallion quite visibly showed his tongues. Anyway, with team gold and individual bronze from the Spécial, Kristina Sprehe can be quite satisfied with her trip to Caen.

    The sensation of this year’s World Equestrian Games finished fifth with a final score of 82,036% - US shooting star Laura Graves and Verdades. Verdades (called “Diddy” by Laura) performed brilliant during the only third Grand Prix-freestyle in his life and made a super job in nearly all lections, only left some points in the pirouettes to the right, but was scored up to 9,5  for the pirouettes to the left. In any case: The dressage world has got a new star and placing fifth at World Equestrian Games in the very first Grand Prix-season of her life is a stellar success for Laura.

    6th place and a score of 81,036% were the result for Austrian rider Victoria Max-Theurer and her stallion Augustin, who is not that often taken to competitons since he underwent colic surgery some years ago. Vici Max-Theurer rode her freestyle to popular Italian songs and with this once again thrilled the judges.

    Sweden’s Tinne Vilhelmson-Silfven and Don Auriello got a final score of  80,375% - 7th place. The Swedish combination had a great start into the test, but Don Auriello did not have his top form from last days in the freestyle and seemed to lack a bit of power.

    Michael Eilberg and his wonderful grey mare Half Moon Delphi gave a super performance. The mare’s parade lection - this great, obviously effortless passage - was scored quite correctly with 9’s and also the piaffes were really good. However, the walk is not overwhelming - there fore sure is room for improvement. The mare is 12 years old and it’s quite clear that she will enjoy us more often in future. In Caen, she received a result of 79,696% - 8th place.

    Anna Kasprzak and Donnperignon got a score of 78,929%, which was the 9th place. Donnperignon showed his usual great passages, but also his usual weak piaffes. Altogether, it was a nice round with a highly technical difficulty. Unfortunately, at the end Anna was too much ahead of her music.

    Steffen Peters and Legolos showed a good test, but this was far below their capabilities (77,321% - 10th place). Even the normally world-classe piaffes and passages were good “only”. Again, Legolas made a mistake in the tempi changes and also in the transitions there was a hook here and there (as, for example, in the heavy-like-hell transition from canter pirouette into piaffe) - and this is something which you normally never see in Steffen’s tests. O.k., why the incredibly high technical level of the freestyle got six times an 8 and one time an 8,5 only for difficulty  from the judges cannot be understood, but anyway. However, it was remarkable that US Chef d’Equipe Robert Dover, Steffen’s coach Jo Hinnemann and Legolas’ owner Akiko Yamazaki watched Steffen’s test not curious, but highly worried. Were the three tests this week under the always changing weather conditions in Normandy too much for the convalescent Steffen Peters (after his severe pneumonia - Equi-News.de has reported on this)? Hopefully not!

    Young Dutch gun and Diederik van Silfhout and the only nine-year old Arlando finished on 11th place (77,286%). The last-minute replacement for the Dutch squad made a super job in Caen and it was really great that he could qualify for the freestyle.

    Carl Hester, being one of the crowd’s favourites in the Stade d’Ornano, and the 10-year old Nip Tuck showed  a pleasant freestyle without taking too much risk. Nice canter elements (the canter half-passes and the tempi changes) got high marks, but Nip Tuck is really not the king of the walk and also the extended trot was not overwhelming. And maybe it could be good to train the halt and salute a little bit…… 76,589% - 12th place.

    With a really solid freestyle, which had it’s highlights in canter pirouettes to the right and the really good extended canter, Hans Peter Minderhoud and Johnson finished the World Equestrian Games. Unfortunately, there were mistakes both in the one- and two tempis and a loss of rhythm in the piaffe - 75,554%, 14th place.

    Young Spanish rider Morgan Barbancon, kept her 17-year old Painted Black dancing on the music from “Carmen”, but could not repeat the “ride of her lifetime”, shown in this week’s Grand Prix, for which she got more than 75%. Nice passage and also good piaffes were Painted Black’s highlights as well as really nice one-tempis, but there were some small hooks, also the transitions weren’t not always smooth. At the end, this combination got a result of 74,393% - 15th place. With her performance at the WEG for sure also Morgan’s coach Andreas Helgstrand can be satisfied.

    Photos: CO Normandie 2014 / PSV