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  • Die Erfolgreichste der Welt!

    portrait-isabell.jpgSie ist die erfolgreichste Reiterin aller Zeiten. In Rio holte sie ihre olympischen Medaillen Nr. 9 und 10, darunter war auch Goldmedaille Nr. 6. Und dabei ist sie nach wie vor völlig bodenständig. Auf dem Rückflug aus Rio begleitete sie die deutschen Pferde im Cargo-Flieger - zusammen mit anderen Grooms. Isabell Werth! She is the most successful rider of all times. In Rio, she collected her Olympic medals no. 9 and 10, among those was gold medal no. 6. And despite all this, she is still completely down-to-earch. Returning from Rio, she accompanied the German horses in the cargo plane - together with the other grooms. Isabell Werth!

    Nachdem sie in Rio de Janeiro Geschichte geschrieben hatte, kam Isabell Werth am Mittwochabend nach dem Ende der Dressurwettbewerbe wieder nach Hause. Doch als “world’s greatest rider” (wie US-Medien sie nach ihrem legendären Medaillengewinn, der sie zur erfolgreichsten Reiterin aller Zeiten gemacht hatte, nannten) auf dem Flughafen Lüttich landete, war sie eigentlich nicht Rekordhalterin, sondern eher “best German groom”. Knappe 12 Stunden hatte sie sich - bei lausigen 17 Grad Innentemperatur - um Desperados, Imperio, Cosmo und Showtime gekümmert - und natürlich um “ihre” Weihegold. Und dabei auch immer mal einen Blick auf Cornado geworfen, Marcus Ehnings Hengst, der sich in Rio verletzt hatte und mit den Dressurpferden zurückflog (Equi-News.de berichtete).

    Doch Isabell Werths Tätigkeit als Groom endete nicht, als die Emirates-Maschine in Lüttich landete. Auch wenn zunächst einmal die Piloten des Cargo-Fliegers Isabell um ein Erinnerungsfoto baten - wann hat man schon einmal eine olympische Rekordhalterin und die Größte ihrer Zunft an Bord? Doch nach dem Foto sauste Isabell wieder davon - sie begleitete die deutschen Pferde in den Transportboxen auf ihrer luftigen Fahrt mit dem Steiger aus dem Flugzeug Richtung Erdboden und war beim Entladen aller ihrer Schützlinge dabei, achtete mit Argusaugen darauf, dass alle Pferde unverzüglich in ihre Boxen in der Flying Farm kamen, um sich erst einmal in Ruhe wälzen und relaxen zu können. Weihegold und später Imperio wurden von Isabell direkt selbst in die Boxen geführt, danach wurde erst einmal Heu serviert. Und da kratzte es Isabell Werth auch nicht wirklich, dass ein Kamerateam des deutschen Fernsehens  ihr auf Schritt und Tritt folgte - erst als die Pferde gut versorgt in den Boxen standen und man aufs Entladen des Gepäcks warten musste, war Zeit für ein Interview.

    Doch dann wurde es auch Zeit, um sich Richtung Rheinberg aufzumachen - natürlich verlud Isabell höchstselbst Weihegold auf den LKW der Firma Johannsmann (nur Weihegold und Imperio wurden vom Unternehmen Johannsmann speditiert, auf Desperados, Cosmo und Showtime warteten jeweils die Heim-LKW’s samt Fahrern und Grooms). Und der Welt erfolgreichste Reiterin wurde auch nicht separat per Limousine abgeholt, sondern fuhr schlicht im Johannsmann-LKW mit.

    tochter-u-vater.JPGEs war schon nach Mitternacht, als der LKW mit seiner kostbaren Fracht durch das Tor der Werth’schen Anlage in Rheinberg fuhr - schon den Weg entlang der Felder hatte man mit kleinen schwarz-rot goldenen Fähnchen geschmückt, an der Kreuzung vor dem Tor grüßte ein großes Plakat mit den olympischen Ringen. Kaum kam der LKW vor dem hell erleuchteten Stallgebäude zum Stehen, sprang der Welt erfolgreichste Reiterin aus dem Führerhaus. Und war nur noch Lebenspartnerin, Tochter, Schwester, Tante und Chefin - und überglücklich, nach mehr als zwei Wochen wieder daheim zu sein. Alle waren sie um diese Uhrzeit vor Ort, hatten Isabell erwartet. Strahlend fiel die Rekord-Olympionikin ihrer Mutter und ihrem Vater in die Arme, fiel Lebenspartner Wolfgang um den Hals, wurde von Schwester und Nichte gedrückt und nahm die Glückwünsche ihrer Angestellten entgegen. Und ja, es gab auch die ein’ oder andere Freudenträne.

    Nur Söhnchen Frederik war nicht dabei. Natürlich durfte der Knirps (gegenwärtig sechs Jahre) so lange aufbleiben, bis Mama kam. “Aber so vor einer halben Stunde ist er dann doch eingeschlafen, nachdem er den ganzen Tag lang gefragt hat ‘Wie lange dauert es noch, bis Mama wiederkommt?” erzählt uns Isabells Vater Heinrich Werth. Frederik durfte seine Mutter bislang immer begleiten, wenn es irgendwie möglich war, aber aufgrund der Sicherheitslage in Brasilien hatte die besorgte Mutter ihren Sohn dieses Mal schweren Herzens daheim gelassen.

    Natürlich lud Isabell Werth Weihegold auch noch selber vom LKW ab und brachte sie in den Stall - das ist Ehrensache, auch wenn natürlich ihre Angestellten dies sofort für sie erledigen würden. Und während noch alle Utensilien abgeladen werden, merkte man aber auch, wie glücklich Isabell Werth war, wieder daheim zu sein. Bei ihrem Lebenspartner und dem kleinen Sohn, den sie so sehr vermisst hat. Bei ihren Eltern, die nur zu Recht stolz auf die erfolgreiche Tochter sind. Früher waren die Eltern stets dabei, wenn Isabell auf einem Championat war. Doch Heinrich Werth ist mittlerweile 80, da sind zwei Wochen Südamerika dann doch etwas too much. “Aber das Mitfiebern vor dem Fernseher daheim war viel schlimmer, als wenn man vor Ort dabei ist”, erzählt er uns.

    Doch dann ist alle Arbeit getan, und es ist Zeit, um trotz der frühmorgendlichen Stunde noch ein wenig zu feiern. Und zu erzählen Denn Rekord hin oder her - daheim ist daheim. “Ich reite ja keine Statistik, sondern Dressur. Und das auf ganz wundervollen Pferden”, war Isabell Werths Antwort, wann immer man sie auf ihren Rekord angesprochen hatte. Einen Rekord, den sie nach 32 Jahren dem bis dato erfolgreichsten olympischen Reiter Dr. Reiner Klimke, abgenommen hat.

    werth-weihegold-7376.jpgJetzt gibt es erst einmal Zeit für Frederik. Und danach ist wieder Alltag angesagt. Alltag in der Arbeit mit den wundervollen Pferden. Mit den Pferden, denen Isabell Werth nach wie vor so unendlich tief verbunden ist. Es ist die tägliche Arbeit mit dem jungen Pferd, der Fortgang seiner Entwicklung, die Isabell Werth nach wie vor in den Sattel treibt. Und wenn man dabei fünf Mal bei Olympischen Spielen geritten ist und mit 10 Medaillen, darunter sechs goldenen, nach Hause gekommen ist und in seiner Medaillensammlung noch sieben Mal Gold von Weltreiterspielen und 14 EM-Titel hat, ist es ja auch nicht schlecht. Und in vier Jahren? Dann ist wieder Olympia. Vielleicht auch wieder mit Isabell Werth. Sie selbst könnte es sich durchaus nochmals vorstellen.

    After she wrote history in Rio de Janeiro, Isabell Werth returned home on Wednesday night after the dressage competitions had finished.  But when ”world’s greatest rider” (as she was called by US magazines after her legendary medal round, which made her becoming world’s most successful rider ever) touched down at Liége airport, she was no legendary rider, but “Germany’s best groom”.  For nearly 12 hours, she had taken care of Desperados, Imperio, Cosmo and Showtime - and, for sure, for “her” Weihegold. And also took a look at Cornado, Marcus Ehning’s stallion, who got injured in Rio and who returned home together with the dressage horses (Equi-News.de had reported on this). And throught the flight, Isabell Werth had stood a temperature of 17 degrees in the plane - not really that comfortable.

    isabell-ladt-aus.jpgBut Isabell’s work as a groom was not finished, when the Emirates-plane had landed at Liège. Well, first the pilotes of the cargo-plane had asked Isabell for a souvenir photo - it’s not that often that one has an Olympic record holder and the greatest of it’s kind on board. But directly after the picture was taken, Isabell rushed back into the plane - the accompanied the German horses inside their transport boxes during the ride with lifter from the plane to the earth and was on the scene when all her charges were unleaded. She watched it like hawks that all the horses were immediately taken into their stalls at the flying farm, where they could roll around and relax a bit. Weihegold and lateron Imperio were brought into their stalls by Isabell herself, then she gave them hay. And it didn’t mind that Isabell was accompanied by a team from the German television on every turn - only after the horses were provided with everything necessary and it was time to wait for the unloading of the luggage, Isabell took the time for an interview.

    But then, it was finally time to go on the road to Rheinberg. For sure, Isabell herself loaded Weihegold on the Johannsmann-truck (only Weihegold and Imperio were transported by the Johannsmann forwarding agents; for Desperados, Cosmo and Showtime their corresponding horsetrucks from home were waiting there with grooms and drivers).  And world’s most successful rider ever was not picked up by a Limousine,  but accompanied her horse with the truck.

    unloading-weihegold-2.jpgTime had passed - it was past midnight when the Johannsmann-truck with it’s precious load passed the gate of Isabell Werth’s barn in Rheinberg. Already on the way through the fields towards the barn, the sides were decorated with small German flags and directly in front of the gate, a poster with the Olympic rings greeted the arrivals.  And the truck had just stopped in front of the barn, ablazed with light, when world’s most successful rider jumped out of the Drivers cab. And then, she was only life partner, daughter, sister, aunt and boss - and overjoyed, to be back home after more than two weeks’ time. Everybody was on the scene even at that time, everbody had waited for Isabell. Aglowed with happiness, she threw her arms around her mom and dad, was embraced by her life partner Wolfgang, was hugged by her sister and her nièce and welcomed and felicatete by her staff. And yes, there were some tears of joy here and there.

    Only Isabell’s little boy Frederik was not there. For sure, the kid (six years right now) had been allowed to stay up as long as his mom would arrive. “But approx. half an hour ago, he felt asleep, after having asked the whole day ‘how long until mummy arrives?” Isabell’s father Heinrich Werth tells us. Until now, Frederik had accompanied his mom every time it was possible, but due to security issues in Brazil, the careful mom had refrained from taking Frederik with her on that occasion - with a heavy heart.

    For sure, Isabell also unloaded Weihegold herself and brought her into the stall as an affair of honor - even when her employees would have loved to do it for her. But still while all the luggage is unloaded, one can feel how overjoyed Isabell is to be back at home. To be back with her life partner and her little boy, whom she had missed so much during the past week.s And to be back with her parents, who are so proud of her daughter. In former times, the parents always accompanied Isabell to championships. But Heinrich Werth is meanwhile 80 years old - two weeks south America are a bit too much for him. “But sitting in front of the television, seeing her and hanging at the edge of one’s seat - that’s much worse than being live on the scene”, Heinrich Werth told us.

    But then all work is finished and despite the early hour, it’s time to celebrate a bit. And to report abut Rio. Because record or not - her home is her castle. “I don’t ride statistics, I ride dressage. On wonderful horses”, this was Isabell Werth’s answer when she was asked about her record. A record, which she took over from Dr. Reiner Klimke after 32 years, who was the most successful rider so far.

    Now, first of all there will be time for Frederik. And then, it will be everyday’s life again. Everyday’s life with wonderful horses. With the horses with which Isabell still has a very special connection. It’s the daily work with the younger horses, with their development, which thrills Isabell Werth every day. And o.k., when this results in taking part at five Olympics, coming home with 10 medals - among these six golden medals - and adding seven gold medals from world equestrian games and 14 European titles, it’s not that bad. And in four years’ time? There are the Olympics in Tokyo. Maybe also with Isabell Werth as an athlete. She herself could bring this to her mind.

    Alle photos: Copyright J. Stils for bmp

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