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  • Aachen: Isabell Werth gewinnt den Großen Dressurpreis mit Traum-Kür

    werth-weihegold-2.jpgEs war eine erneute Sternstunde der Dressur, als Isabell Werth (Foto)  zur Grand Prix Kür, dem Großen Dressurpreis von Aachen einritt. Für eine Traum-Kür gab es am Ende knapp 90% und den unangefochtenen Sieg. Rang 2 ging nach einer ebenfalls sehr guten Runde an Sönke Rothenberger mit Cosmo. Die Siegerin des Spécial, Laura Graves aus den USA, kam auf Rang 3. It was another magic moment of dressage, when Isabell Werth (pictured) entered the dressage arena in Aachen for the Grand Dressage Price. For a dreamlike freestyle she got nearly 90% and an undefeated victory. After another quite good round, Sönke Rothenberger and Cosmo finished as runner-ups. The Grand Prix Spécial-winner, US-rider Laura Graves came in third.

    Mit Perfektion zur Sensation - mit dieser Maßgabe war offensichtlich Dressur-Queen Isabell Werth ins Deutsche Bank-Stadion in Aachen zur Grand Prix Kür, dem Großen Dressurpreis von Aachen eingeritten. Denn was dort im Viereck von der erfolgreichsten Dressurreiterin aller Zeiten zusammen mit ihrer gegenwärtigen Nummer 1 im Stall, der 12-jährigen Oldenburger Stute Weihegold zelebriert wurde, war mehr als nur eine hervorragende Prüfung. Das war Dressurreiten in Vollendung und wirkliche Reit-Kunst.

    Für die Vorstellung griffen die Richter tief in die Notenkiste - die ‘10′ gab es für die Piaffen, die Piaff-Passage-Übergänge und die Einerwechsel sowie das Halten und Grüßen; zudem wurde die Traumnote auch für Harmonie zwischen Reiterin und Pferd, den Schwierigkeitsgrad und für Musik und Interpretation vergeben. Die Chefrichterin bei C, Dr. Evi Eisenhardt, meinte gar nach der Prüfung “Meine Kollegen und ich hätten uns heute gewünscht, auch die 11 oder 12 vergeben zu können.” Insgesamt standen für Isabell Werth und Weihegold am Ende 89,675% fest, was der klare Sieg war. Zum elften Mal (und erstmals wieder seit 2008) hatte sich damit Isabell Werth in die immerwährende Siegerliste des Großen Dressurpreises von Aachen eintragen können.

    Übrigens: Bei dem Ritt von Isabell Werth (und auch bei dem folgenden von Laura Graves) fieberte am Rand des Vierecks nicht nur Isabells Mäzenin Madeleine Winter-Schulze mit, sondern auch eine weitere “Pferdefrau”: die amtierende deutsche Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen.

    Zweiter nach ebenfalls hervorragender, mit 85,75% bewerteter Leistung wurde Sönke Rothenberger mit Cosmo. Der starke Trab des erst 10-jährigen KWPN-Wallachs ist wohl der beste, der derzeit von einem Pferd auf der Welt gezeigt wird. Auch sonst brillierte Cosmo, zeigte sich vor allen Dingen in den Piaffen deutlich verbessert. Dass man sich bei diesem jungen und so sympathischen Duo vielleicht lieber eine etwas jüngere Kürmusik wünschen würde als die doch teilweise recht getragene Klavier-Kür ist jedoch eindeutig Geschmacksache. Und Cosmo scheint ganz offensichtlich Klaviermusik zu mögen.

    Im Grand Prix Spécial hatte sie Isabell Werth schlagen können, doch ein zweites Mal konnte es nicht gelingen. Die US-Amerikanerin Laura Graves und ihr Verdades beendeten die Kür mit Rang drei und einem Ergebnis von 82,55%. Ein Fehler in den Einerwechseln und die Tatsache, dass Verdades im starken Schritt eilig wurde, hatten die Note gedrückt; dies konnten auch nicht die bis zur 10 bewerteten Pirouetten wieder ‘rausreißen. Aber alles in allem kann Laura Graves auf die Leistungen, die sie in Aachen abgeliefert hat, völlig zu Recht stolz sein.

    dufour.jpgErneut auf den vierten Rang kam auch in der Kür die Dänin Cathrine Dufour mit Atterupgaards Cassidy (81,625% - Foto). Die Schwedin Therese Nilshagen landete mit Dante Weltino auf dem fünften Platz (79,975%), gefolgt von ihrem Landsmann Patrik Kittel mit Delaunay (77,65%) und der Irin Judy Reynolds mit Vancouver (76,525%).

    Was bleibt von der Dressur in Aachen? Die Erkenntnis, dass Isabell Werth nach wie vor das Maß aller Dinge in der Dressur ist und dass die deutschen Reiter gegenwärtig wieder einmal übermächtig in Europa sind. Allerdings gibt es in den anderen Ländern viele junge, aufstrebende Reiter und Pferde, sodass sich die Deutschen keinesfalls auf ihren Lorbeeren ausruhen sollten.

    Eine weitere Erkenntnis ist die, dass US-Teamcoach Robert Dover einen super Job gemacht hat und weiterhin macht. Dass die USA nicht nur zweitbestes Team im Nationenpreis, sondern auch noch mit den maximal möglichen drei Reitern in der abschließenden Kür vertreten war, spricht für sich. Umso mehr, als sich ja auch Newcomer auf dem größten Turnier der Welt hervorragend präsentiert haben. Und die USA hatte noch nicht einmal alle ihre Stars mit dabei; so fehlte beispielsweise ihre Dressurlegende, der gebürtige Deutsche Steffen Peters im Team, der sich aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr gegen die Turnierteilnahmen in Europa entschieden hatte.

    Und es bleibt die Erkenntnis, dass Aachen eben Aachen ist. Das beste Turnier der Welt. Ein Ort, wo Legenden entstehen und Träume wahr werden können.

    With perfection to a real sensation - this obviously was the  requirement to herself under which dressage queen Isabell Werth entered the Deutsche Bank-stadium for the Grand Prix freestyle, the Grand Dressage Price of Aachen. Because what was celebrated in the arena by the most successful dressage rider ever and her current no 1-horse, 12-year old Oldenburg-bred mare Weihegold, was much more than a brillant test. This was dressage in perfection and really riding art.

    For their performance, the judges awarded high marks - Weihegold got the ‘10′ for piaffes, the piaffe-passage-transitions and the one-tempi changes as well as for the halt and salute. Moreoever, the dream score was awarded for the harmony between rider and horse, the degree of difficulty and for music and interpretation. The judge at C, Dr. Evi Eisenhardt, even said after the test: “My colleages and I wished we could have awarded 11’s or 12’s today!” At the end, the final score for Isabell Werth and Weihegold was 89,675%, which was the clear victory. For the 11th time (and for the first time since 2008), Isabell Werth’s name appears again on the everlasting winner’s list of the Grand Dressage Price of Aachen.

    By the way: During Isabell Werth’s ride, there was not only Isabell’s sponsor Madeleine Winter-Schulze watching and cheering at the entrance of the arena, but also another horsewoman: the German secretary of defense, Ursula von der Leyen. 

    rothenberger-cosmo2.jpgRunner-up after another brillant round, which was awarded with 85,75%, was Sönke Rothenberger with Cosmo (pictured). The extended trot of the only 10-year old KWPN-gelding is the best one which currently is shown by any horse worldwide. And also besides this, Cosmo really shone in the freestyle and presented highly improved piaffes. Well, that one could wish that this young and so likeable combination gets a somewhat younger freestyle music (compared to the really ‘heavy’ piano music)  is pure own taste. And obviously Cosmo really enjoys piano play.

    In the Grand Prix Spécial, she had managed to beat Isabell Werth, but this didn’t work for the second time in a row. US-American rider Laura Graves and her Verdades finished the freestyle to music on third place with a final score of 82,55%. A mistake in the one-tempis and the fact that Verdades became hurried in the extended walk had dropped the score, which couldn’t be compensated by great pirouettes, which got marks up to 10. But anyway, Laura Graves can be proud on all her performances and achievements in Aachen.

    Danish rider Cathrine Dufour and Atterupggaards Cassidy again finished on fourth place (81,625%). Therese Nilshagen from Sweden and Dante Weltino came in fifth (79,975%), followed by her compatriote and teammate Patrik Kittel with Delaunay (77,65%) and Judy Reynolds from Ireland with Vancouver (76,525%).

    What will remain from the dressage competitions in Aachen? The knowledge that Isabell Werth is still the measure of all things in dressage and that the German dressage riders are again overpowering in Europe. But everywhere in Europe there are rising stars - both riders and horses, so Germany should not rest on it’s laurels.

    dover.jpgAnother knowledge is the fact that US-teamcoach Robert Dover (pictured) has made and still makes a great job. Not only that the US was the second best team in the nations cup dressage, but he also managed to have (the maximum possible) three US riders  qualified for the freestyle and among them even first-timer, who represented their country in the best possible way on the biggest equestrian show on earth. And the US did not even had all their stars in the team - their dressage legend, German-born Steffen Peters, for example, had decided against taking part in this year’s European show circuit due to some health issues.

    And it remains the knowledge that Aachen is Aachen. The best show on earth. A place where legends are made and dreams can come true.  Fotos aus Aachen: bmp - J. Stils