Equi-News.de

Neuigkeiten rund um Pferde, Pferdesport und Pferdeleute / News & Stories on horses, horsesport & horsemen

  • Allgemein
  • London Olympics 2012
  • Rio Olympics 2016
  • WEG Kentucky 2010
  • WEG Normandie 2014
  • WEG Tryon 2018
  • Zucht / Breeding
  • DM Dressur: Das Imperium schlägt zurück - Kür-Titel für Isabell Werth

    werth-emilio-balve-kur.jpgDie deutsche Dressur-Meisterschaft in der Kür in Balve ist entschieden - und sie endete mit einer Sternstunde von Emilio und Isabell Werths 15. DM-Gold. Jessica von Bredow-Werndl und Dalera gewannen Silber, Helen Langehanenberg mit Damsey FRH Bronze. The German national championships dressage - freestyle in Balve are finished - and they ended with Emilio’s magic moment and Isabell Werth’s 15th gold medal at national championships. Jessica von Bredow-Werndl and Dalera won silver, the bronze medal went on to Helen Langehanenberg with Damsey FRH.

     

    Das, was Emilio mit Isabell Werth im Sattel in der abschließenden Kür in Balve heute Mittag präsentierte, war Magie. Eine Sternstunde der Dressur. Emilios neue Kür, die Isabell Werth hier in Balve erstmals präsentierte, hat es aber auch in sich: Höchstschwierigkeit reiht sich an Höchstschwierigkeit - aber wie könnte es auch anders sein, wenn der Auftakt zum neapolitanischen Evergreen “Funiculi, funicula” aus einer Passage zum Einritt und einer Eröffnung mit einer Piaff-Pirouette besteht. Und Emilio war da. Jeder Schritt saß und die 20 (!) Einerwechsel auf der gebogenen Linie waren nur eines der Highlights. Dass der Ehrenpreis-Sohn nicht ein Meister des Schritts ist, ist bekannt, aber auch hier kann man von Jammern auf ganz hohem Niveau sprechen. Hinzu kam, dass der Ritt in schöner Anlehnung gezeigt wurde - das war der Sieg. 88,150% bedeuteten am Ende das 15. DM-Gold für Isabell Werth - das Ergebnis setzte sich zusammen aus A-Noten zwischen 80,75% und 84,75% und B-Noten zwischen 91% und 96%. Lediglich der Richter bei B, Gotthilf Riexinger, hatte Isabell nicht auf dem ersten Platz - er sah die Zweitplatzierte vorn.

    Und diese Zweitplatzierte und somit Deutsche Vizemeisterin Kür wurde Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera, die 85,6% erhielt. Die Kür von Dalera war wirklich schön und mit vielen Highlights gespickt; die Linkspirouetten hätte man sich ein wenig kleiner und mit mehr Ausdruck gewünscht und auch der versammelte Schritt ist nicht wirklich Daleras Stärke, aber dafür waren Piaffen und Passagen richtig gut. Und die Richter übersahen großzügig das fast stete Schweifschlagen der 12-jährigen Easy Game-Tochter sowie die Tatsache, dass Dalera doch recht häufig hinter die Senkrechte kam.

    Oldie but Goldie - das konnte man zum Gewinnerpferd der Bronzemedaille sagen. Der 17-jährige Damsey FRH wurde  von Helen Langehanenberg durch eine wirklich sehr schöne Kür pilotiert. Die Passagetraversale war ein Highlight, die doppelten Pirouetten toll und der Schritt von Damsey war der beste der ganzen Prüfung. Hätten die Richter für den starken Schritt eine 10 gegeben, wäre dies auch absolut gerechtfertigt gewesen. Damsey kam in der Galopptour auch hin und wieder hinter die Senkrechte, zudem gab es einen winzigen Haken beim Übergang von der Piaffe in die Pasage, aber ansonsten war es eine richtig gute Runde und der Richter bei M. Dr. Dietrich Plewa, hatte Helen Langehanenberg auf dem Silber-Rang gesehen.

    Der vierte Platz ging an die Deutsche Meisterin im Spécial, Dorothee Schneider. Die saß in der Kür auf ihrem “Zweitpferd” Sammy Davis jr., der aber ja bekannterweise ihr vierbeiniger Partner beim Mannschafts-Gold in Tryon war. Für ihr Meisterpferd Showtime waren die zwei Prüfungen in Balve beim erst dritten Turnier nach der langen Verletzungspause genug. Und Sammy Davis jr. bewies einmal mehr, dass er sich im internen Stall-Duell mit Showtime nicht zu verstecken braucht. Eine schöne Kür mit ganz vielen Schwierigkeiten, fehlerfrei präsentiert, größtenteils in bildschöner Haltung - prima. Allerdings hatte man den Eindruck, dass Sammy Davis jr. etwas müder als in den Vortagen war. 81,950% waren durchaus nicht zu viel für diesen Ritt.

    Knapp an der 80%-Marke vorbeigeschrappt waren die Fünftplatzierten - Reitmeister Hubertus Schmidt und Escolar (79,75%). Der erst 10-jährige Hengst ging eine hochschwierige Kür, und man konnte schon sehen, dass hier bei der dritten dicken Prüfung ein wenig die Kraft nachließ. Die Pirouetten waren ein wenig groß und in den Piaffen ist noch Luft nach oben, aber dass dies ein Pferd mit einer ganz, ganz großen Zukunft ist, ist klar. Der starke Galopp war der wohl beste des Tages - wieso ein Richter hier “nur” eine 8 vergab, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben.

    Platz 6 ging an Benjamin Werndl mit Daily Mirror (79,55%), vor Fabienne Müller-Lütkemeier mit Fabregaz (Rang 7 - 77,175%) und Jan Dirk Gießelmann mit Real Dancer (74,10%).

     

    It was a piece of magic which was presented by Emilio with Isabell Werth in his saddle in the final freestyle in Balve at noon-time today. A magic moment of dressage. Emilio’s new freestyle, which was presented by Isabell Werst in Balve for the very first time, is a real bombshell. One highly difficult lection comes after another - but how could it be different if the begin (to the Italian evergreen “Funiculi, funicula”) is a passage to the halt, followed by a piaffe-pirouette. And Emilio was fully aware of all this. Every step was in place and the 20 (!) one-tempis on a curved line were only one of many highlights. Well, it’s known that the Ehrenpreis-offspring is not a master of walk, but that’s just nitpicking. And it should be added that the round was shown in a really nice frame with lovely contact - this was the victory. 88,150% at the end were the 15th gold at national championships for Isabell. This final score resulted from A-marks between 80,75% and 84,75% and B-scores between 91% and 96%. Only the jugdge at B, Gotthilf Riexinger, saw Isabell not as the winner, but had the runner-up in the lead. 

    This runner-up and therefore German national vice champion freestyle was Jessica von Bredow-Wernld with Dalera, who got 85,6%. Dalera’s freestyle was really nice and had many highlights, the pirouettes to the left could have been somewhat smaller and with a bit more expression and also the collected walk is not really Dalera’s highlight, but the piaffes and passage were really good. Well, and the judges generously overlooked the nearly constantly swishing tail and the fact that Dalera quite often came behind the vertical.

    damsey.jpgOldie but goldie - this could be said about the bronze medal winning horse. The 17-year old Damsey FRH was piloted through a really nice freestyle by Helen Langehanenberg. The passage half-passes were great, the double pirouettes super Damsey’s walk was the best of the entire competition. If the judges had awarded a 10 for the walk, this would have been absolutely justified. In the canter tour, Damsey was here and there behind the vertical and there was a tiny little hook in the transition from piaffe to passage, but besides this, it was a super round and the judge at M, Dr. Dietrich Plewa, had Helen on the silver-medal rank. 

    The German national champion Spécial, Dorothee Schneider, finished fourth. For the freestyle, she had her “number 2-horse” Sammy Davis jr. under the saddle - the one who was her four-legged partner for the team gold in Tryon. Her champion Showtime had a break after two big tests at his only third competition after the long injury-related break. And Sammy Davis jr. proved once more that he can live up to the barn-intern duel with Showtime. A really great freestyle with many highights, faultfree, most of the time in a beautiful frame - super. Admittedly, one could get the impression that Sammy Davis jr. was a tiny bit tired, but 81,95% really were not too much for this round. 

    The fight-placed slightly missed the 80%-mark - Riding Master Hubertus Schmidt and Escolar got 79,75%.  The only 10-year old stallion showed a highly difficult freestyle and it was obvous, that he lost a bit of power in the third big test in Balve. The pirouettes could have been a bit smaller and also the piaffes still have room for improvement, but it’s completely clear that this horse has a bright future. The extended canter shown by Escolar was the best of the whole competition - why one judge awarded an 8 “only” will forever be his secret. 

    The 6th place went on to Benjamin Werndl with Daily Mirror (79,55%) ahead of Fabienne Müller-Lütkemeier with Fabregaz (7th place - 77,175%) and Jan Dirk Gießelmann with Real Dancer (74,10%).

    Archivfoto: bmp - J. Stils