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  • EM Dressur: Einzel-Gold für Isabell, Silber für Doro Schneider

    werth_rotterdam.jpgDass am Ende des Tages (und das ist nahezu wörtlich gemeint) Isabell Werth ihr 19. (!) EM-Gold umgehängt bekam, war jetzt nicht wirklich eine Überraschung. Allerdings konnte man auf einen Fight zwischen Werth und ihrer Teamkollegin Doro Schneider hoffen - und wurde nicht enttäuscht. Und dann stand natürlich noch die Frage im Raum: Würde nach dem überraschenden Aus von Charlotte Dujardin ein/e Reiter*in die deutsche Phalanx durchbrechen können? Der Grand Prix Spécial am gestrigen Abend gab - vor zumindest etwas mehr Zuschauern - die Antwort. Well, it wasn’t that much a surprise that at - literally - the end of the day Isabell Werth got her 19th (!) gold at European championships. But one could hope for a tough duel between Werth and her team colleague Doro Schneider - and this didn’t disappoint everybody. And then there was another question:  Would after the unexpected off-position of Charlotte Dujardin any rider from another nation be able to break through the German phalanx? Yesterday’s Grand Prix Spécial gave the answers - in front of at least some more spectators. 

    Dorothee Schneider und Showtime hatten die Messlatte in höchste Höhen geschraubt. Eine tolle Runde! Showtimes übliche super-gute Passage, schöne Verstärkungen, butterweiche Übergänge - toll! Die Piaffen waren besser als im Grand Prix - die erste Piaffe mit dem Hauch einer Taktstörung, die zweite Piaffe ein bisschen im Vorwärts, aber auch das war Jammern auf höchstem Niveau. Punkte ließ diese Welt-Kombination allerdings in den Einerwechseln liegen - in den Wechseln auf der Diagonale gab es einen kleinen Haken und in der Einern zwischen den Pirouetten einen satten Patzer, zudem hatte Doro Schneider dann auch noch den Bügel verloren. Alles in allem aber eine tolle Tour mit einer sehr schönen Schlusslinie - 85,456%, persönliche Bestleistung, die erste Einzelmedaille in Doro Schneiders Karriere und eine Ansage an Isabell Werth.

    Isabell Werth wusste, welches Ergebnis sie würde schlagen müssen, und sie bewies einmal mehr, dass sie die weltbeste Prüfungsreiterin mit den allerbesten Nerven ist. Voll konzentriert machte sie sich im Sattel ihrer Bella Rose auf, um jeden einzelnen Punkt zu kämpfen. Bella Rose zeigte eine bildschöne Runde - die Trabverstärkung hat sich seit Aachen verbessert, die Passage ist auf Weltniveau und die Piaffen sind gleichmäßig wie ein Metronom. Lediglich im Schritt gibt es noch Luft nach oben. Was immer wieder auffällt, ist, dass Bella Rose sich in den Piaffen nicht richtig setzt - hier hat Showtime eindeutig die Nase vorn. Dies kompensiert Isabells Herzenspferd aber mit dem unangestrengten Gleichmaß - man hat den Eindruck, als würde die Stute noch endlos weiterpiaffieren können. Die Pi- und Pa-Schlusslinie war dann einfach nur noch zum Niederknien und wurde durchgängig mit der Traumnote 10 bewertet. 86,520% bedeuteten dann den Sieg und das 9. EM-Einzelgold (und das 19. EM-Gold insgesamt) in ihrer Karriere.

    Zum erwarteten Dreikampf um Gold war es dann nicht gekommen, denn Sönke Rothenbergers Cosmo hatte Prüfungs-Hasstag und baute in seine Runde Patzer ein, die man so gar nicht von diesem Klasse-Duo erwartete hätte. Eingangs der ersten Piaffe gab es anstatt des erwarteten weichen Übergangs eher einen ruckeligen Sprung, Cosmo versemmelte die Zweierwechsel und vergeigte die Note dann komplett am Ende des starken Galopps auf der Diagonale. Kurz vor Erreichen der langen Seite sprang der Wallach um, fiel dann in Kreuzgalopp und danach kurz komplett aus. Sönke Rothenberger behielt zwar die Nerven und sammelte zum Schluss noch an Punkten ein, was noch zu bekommen war, aber die Note war dahin - 78,116% bedeuteten nicht nur Rang sechs, was ja noch zu verschmerzen gewesen wäre, sondern auch das schlechteste Ergebnis der deutschen Reiter. Und da sich die 15 Bestplatzierten des Spécial, aber nur die drei bestplatzierten Reiter*innen einer Nation für die Kür qualifizieren können, war dies auch das Ende der EM für das Duo Rothenberger/Cosmo. Dass Sönke Rothenberger total enttäuscht war, ist zu verstehen, aber die Beiden sind noch so jung - beim nächsten Mal wird’s besser!

    Stattdessen konnte sich die Dänin Cathrine Dufour mit ihrem Atterupgaards Cassidy den Bronzeplatz sichern - ein Deja-Vu, denn bereits vor zwei Jahren in Göteborg hatte sie Einzelbronze gewinnen können. Der jetzt 16-jährige Caprimond-Sohn ist topfit und es macht einfach Freude, dieser Kombination zuzuschauen. Die Galopptour ist ganz großes Kino und die Wechseltouren des dänischen Wallachs gehören zu den besten, die man gestern im ganzen Feld sehen konnte. 81,337% gab’s am Ende.

    Trotz zwei dicken Patzern (Dalera versemmelte die Passage nach der ersten Piaffe und vergurkte auch die 15 Einerwechsel) gab es 78,541% und den vierten Platz für Jessica von Bredow-Werndl mit Dalera, knapp dahinter (78,252%) rangierte die von Jo Hinnemann trainierte Irin Judy Reynolds mit dem schon 17-jährigen KWPN-Wallach Vancouver. Hätte die russische Richterin Irina Maknami Reynolds nicht auf Platz 13 (!) gesehen, hätte die Rangierung von Reynolds - durchaus nicht unberechtigt - auch anders ausgehen können. Hinter Rothenberger/Cosmo auf Rang 6 gab es eine veritable Überraschung: Denn der Brite Gareth Hughes zeigte mit seiner 13-jährigen KWPN-Stute Classic Briolinca eine superschöne Runde mit einer wirklich guten Passage und tollen Pirouetten; nur im versammelten Schritt ließ diese Kombination Punkte liegen. 78,085% bedeuteten Rang 7 und somit die beste britische Platzierung - noch vor Carl Hester mit Hawtins Delicato (77,508% - Rang 9). Die Gastgeber aus den Niederlanden konnten dem Achten des Spécial zujubeln - Edward Gal mit Zonik erritten sich 77,994%. Zoniks Vater Blue Hors Zack und sein Reiter, der Däne Daniel Bachmann Andersen kamen nach einer schönen Runde, aber einer bemerkenswerten Richterwertung (Rangierung zwischen Platz 4 und 15!) mit einem Ergebnis von 77,234% auf den zehnten Platz.

    schneider_rot.jpgDorothee Schneider and Showtime rose the standards up to the highest level. What a great round! Showtime showed his usual super-nice passage, great extensions, smooth transitions - great. The piaffes were improved compared to the Grand Prix - the first piaffe with a hint of a hook in the rhythm, the second piaffe a tiny bit forward, but this is really nitpicking. However, this world-class combination lost points in the one-tempis - first in the tempis on the diagonal with a hook and then with a mistake in the ones between the pirouettes, moreover, Doro Schneider had lost her stirrup. But overall, it was a great round with a really nice last center line - 85,546%, a personal best score, the first individual medal in Dorothee Schneider’s career and a clear signal to Isabell Werth. 

    Isabell Werth was clearly aware of the score to beat. And the proved once more that she is world’s best test rider with the very best nerves. Fully concentrated, she and Bella Rose made their way to fight for every single point. Bella Rose showed a super round - the trot extensions were improved compared to Aachen, the passage is world-class and the piaffes are consistent like a metronome. Admittedly, the walk leaves still room for improvement. What is always noticed is the fact that Bella Rose doesn’t take that much weight on her hind legs like, for example, Showtime. But this is compensated by Isabell’s horse of her heart by that easygoing symmetrie in the piaffes - one always gets the impression as if the mare could continue to show the piaffes for some time. The pi- and pa-center line at the end was simply breathtaking and got 10’s from all judges. 86,520% were the victory, the 9th European individual gold medal (and the 19th European gold in total) in Isabell’s career.

    However, the expected “triathlon” for gold fell out, because Sönke Rothenberger’s Cosmo was fed up with tests yesterday. He showed unusual mistakes, which could not be foreseen by this top combination. When entering the first piaffe, there wasn’t a smooth transition, but a little bumpy jump, Cosmo had mistakes in the two-tempis and then totally messed up the extended canter, where he had an unexpected change of leg, then fell into disunited canter and after that fell completely out. Sönke kept his nerves and collected all possible points up to the end, but the score was gone - 78,116% were the 6th place only (which Sönke could have get over), but also the lowest score for the German riders. And due to the fact that the best 15 riders, but only the three best riders of one nation are entitled for the freestyle, the European Championships came to an early end for the combination Rothenberger/Cosmo. Well, it could be understand that Sönke was quite disappointed after his round, but these two are still so young - next time it will be better again! 

    Instead, Danish rider Cathrine Dufour and her Atterupgaards Cassidy rode to bronze - a déja-vu, because These two also gained European bronze in Gothenburg two years ago. The now 16-year old Caprimond-son is topfit and it’s simply Pleasant to watch this combination. The canter tour is super nice and the tempi changes of the Danish-bred gelding belong the best of the entire starting field. 81,337% were their final result. 

     

    Despite two big mistakes (Dalera messed up the passage after the first piaffe and also had mistakes in the one-tempis on the diagonal), Jessica von Bredow-Werndl and Dalera came out with 78,541% and the fourth place. With a tiny bit of a margin behind (78,252%), Irish rider Judy Reynolds (who is trained by Jo Hinnemann) and her already 17-year old KWPN-gelding Vancouver finished fifth. If the Russian judge Irina Maknami had not set Reynolds on the 13th (!) place, the ranking could have been quite different, which would not have been really unfair. After Rothenberger/Cosmo on 6th place, there was a really big surprise: British rider Gareth Hughes and his 13-year old KWPN-mare Classic Briolinca presented a great round with a really good passage and great pirouettes; only in the collected walk there was room for improvement. A final score of 78,085% and the 7th place, Hughes was the highest-ranked Brit - still ahead of Carl Hester and Hawtins Delicato (77,508% - 9th place). The host nation could cheer the rider on 8th place - Edward Gal with Zonik came to a final score of 77,994%); Zonik’s father Blue Hors Zack and his rider, Denmark’s Daniel Bachmann Andersen finished on 10th place (77,234%) after a nice round, but a remarkable judging (placed between 4th and 15th (!) rank).

    Photo Courtesy: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images for FEI (pic of Isabell Werth) / Liz Gregg / FEI (pic of Doro Schneider)